[WWoC]DC Rebirth: Die Wiedergeburt des DC Universums

dcrebirthpaperbacksoftcover_softcover_351Nachdem sich DC mit ihrer Neuinterpretation des DC Universums im Rahmen ihrer „The new 52“-Initiative (auf Deutsch einfach: Das neue DC Universum) doch sehr starker Kritik ausgesetzt war (wie üblich bei Kontinuitätsbrüchen), besann man sich schnell eines Besseren und startete mit „Rebirth“ im Mai 2016 einfach nochmal von Neuem, diesmal mit dem Ziel, an den Status Quo vor dem Flashpoint-Event anzuknüpfen, der die Neue 52 seinerzeits eingeleitet hatte. Das ist jetzt auch schon wieder 3 Jahre her (bzw. 2 Jahre für die Leser der deutschen Ausgaben) aber dennoch ein guter Zeitpunkt, um wieder in die Serien einzusteigen, ohne allzuviel Vorwissen zu benötigen.

Das gilt allerdings nur eingeschränkt für den Startpunkt der Rebirth-Ära, der mit einer Spezialausgabe gesetzt wurde, die quasi direkt an die Ereignisse von Justice League #50 und Superman 52 anschliesst, den jeweils letzten Ausgaben der New 52-Heftreihen . Hauptprotagonist des DC Universe Rebirth Specials ist Wally West, ehemaliger Kid Flash und späterer Flash, der zu Beginn der Neuen 52 spurlos aus der Kontinuität verschwunden war. Hier wird, wenn auch in sehr kryptischer Form, dieses Verschwinden im Ansatz erklärt und damit der Nährboden für die folgenden Storylines gelegt. Zu Beginn stellt sich nämlich heraus, dass Wally in der Speed Force aufgegangen ist und nun verzweifelt versucht, in die Realität zurückzukehren, um die verbliebenen Welt vor einer geheimnisvollen Kraft zu wahren, die die Geschichte des DC Universums entscheidend manipuliert hat. Über das Heft verteilt finden sich mehrfach Hinweise auf die Watchmen, über die Zusammenhänge mit dem Manipulator der Ereignisse kann ich aber nicht mal spekulieren (ich muss an der Stelle zugeben, dass ich von denen zwar die Namen, aber sonst rein überhaupt nichts kenne, weil ich Alan Moore bis dato kaum gelesen habe).

Über die Kapitel des Heftes hinweg besucht Wally verschiedene Figuren des DC Universums, immer in der Hoffnung, von ihnen wiedererkannt und damit in die echte Welt zurückgezogen zu werden. Den Anfang macht er mit Bruce Wayne, dem Detektiv, der „jedes Rätsel dieses Universums, ob nun in den Straßen von Gotham oder in den Feuergruben von Apokolips“ lösen kann. Im Augenblick von Wallys Erscheinen ist die Fledermaus allerdings mit einem noch nicht gelösten Rätsel beschäftigt, nämlich mit dem um die 3 Joker, die es plötzlich zu geben scheint. Batman kann sich allerdings nicht an Wally erinnern, und so wird dieser wieder in die Speed Force zurückgezogen, nicht ohne Bats aber auf den Brief hinzuweisen, den dieser von seinem Vater Thomas Wayne (wenn ich recht erinnere, war das aber der Vater aus der alternativen Realität während des Flashpoint-Events) erhalten hat, und mit dem angeblich alles angefangen habe.

Wallys zweiter Besuch gilt Johnny Thunder, der verzweifelt auf der Suche nach der originalen Justice Society ist, die er anscheinend mit seiner Macht verschwinden hat lassen und in der Zwischenzeit in einer Psychiatrie gelandet ist. Der dritte Versuch gilt seiner Frau Linda, die ihn aber ebenfalls nicht erkennt. Erst als alles schon verloren scheint, und Wallys Verbindung zur Erde fast erloschen ist, wird er von Barry Allen wiedererkannt und in die Realität zurückgebracht (was übrigens der einzige kleine Kopfschüttler dieser Ausgabe ist, denn logisch wäre es eigentlich gewesen, Barry ganz am Anfang aufzusuchen. Wie dem auch sei, Wally is back und beschließt, als nächstes seine alten Teen Titans-Freunde aufzusuchen. Und so schließt der Comic mit einer weiteren Umblende zu Bruce Waynes Bathöhle, der an der Stelle, an der währen Wallys erstmaligen Auftauchen der Blitz einschlug, einen geheimnisvollen Smiley-Button findet (wie gesagt, sagte mir das erstmal nichts, hat aber offenbar etwas mit den Watchmen zu tun (vielleicht sollte ich mir die also doch mal reinziehen).

Natürlich ist das nicht alles, was in der ersten Rebirth-Ausgabe angesprochen wird, Wir sehen Hinweise auf die verschiedensten Helden des DC-Universums, angefangen mit dem Original-Superman, der (während Convergence) auf einer Parallelerde gelandet ist, und mit den anderen Helden gerade den Tod des Supermans dieser Welt miterlebt hat, über Aquaman, den Blue Beetle bis hin zu Saturn Girl. Wie gesagt sind die meisten dieser Panels sehr kryptisch gehalten und dienen natürlich dazu, den Leser neugierig auf die entsprechenden Handlungen zu machen. Was Autor Geoff Johns, zumindest was mich angeht, auch in überzeugender Weise gelingt.

Wie zu Beginn erwähnt, kann dieser Roman aber nicht ganz ohne Vorwissen gelesen bzw. verstanden werden, was daran liegt, Dass Rebirth keinen kompletter Reboot des DC Universums darstellt, sondern dass hier versucht wird, die Prä- und Post-Flashpoint-Universen sinnhaft zusammenzubringen und außerdem mit den Watchmen ein bis dato außerhalb der DC-Kontinuität liegendes Universum einzubinden. Wie gut das insgesamt gelingt, kann erst die Zeit erweisen, DC Rebirth #1 (so auch der Titel der auf deutsch im Februar 2017 erschienenen Spezialausgabe) macht aber einen sehr ansprechenden Beginn. Sehr lesenswert (5/5 Sterne).

Kleiner Nachtrag noch: Der Post hier markiert den Startpunkt eines mal wieder unrealistischen Plans, mich durch das komplette Rebirth-Universum hindurchzulesen bzw. diese dann auch zu besprechen . Ich benutze dabei vor allem die englischen Originalausgaben, versuche mich aber, bei meinen Postings an der Timeline zu orientieren, wie sie auf verschiedenen amerikanischen Reading Order-Seiten aufgestellt wurde. Außerdem orientiere ich mich so gut wie möglich am Erscheinungsformat der deutschen Panini-Ausgaben. Im Idealfall schaffe ich es, auf den aktuellen Stand zu kommen und ab da meine Besprechungen mit dem Erscheinen der jeweiligen deutschen Ausgaben zusammenfallen zu lassen.